Der Begriff der Lebenswelt geht auf die phänomenologische Soziologie von Edmund Husserl zurück. Der Begriff der Lebenswelt wird dabei als Gegensatz zur sog. Systemwelt angesehen.
Während die Systemwelt geprägt ist von abstraken, als annoym empfunden Regeln und Theorien aus den Bereichen Wissenschaft, Recht und Bürokratie, die aus Sicht des Klienten von außen her in sein Leben eingreifen, wird die Lebenswelt als der Bereich verstanden, in dem jeder Mensch als kompetent für seine eigenen Belange angesehen wird.
„Lebenswelt umfasst die dem Menschen selbstverständliche Wirklichkeit, die ihre individuelle Prägung durch das persönliche Erleben des direkten Umfeldes, aus dem der Mensch die für ihn wichtigen Erfahrungen zieht, die ihm im alltäglichen Leben Handlungssicherheit verleihen.“ 1)
Auch wenn nuancierte Unterschiede zwischen den Begriffen Alltag und Lebenswelt bestehen, werden diese doch häufig deckungsgleich verwendet.
„Im Gegensatz zu traditionellen Sichtweisen, die das Individuum oder die Defizite bzw. Probleme in den Mittelpunkt stellen, verweist das Lebensweltorientierte Konzept auf eine konsequente Orientierung an den Klienten mit ihren individuellen Handlungsmustern und Selbstdeutungen in den individuellen gesellschaftlichen Bedingungen. Ziel dabei ist es, auf der Basis gegenseitigen Vertrauens, Menschen in ihrem spezifischen Alltag zu Selbstständigkeit und Selbsthilfe zu verhelfen.“ 2)
Svenja Plitt/ Maike Brink,Maike Brink, „Lebensweltorientierte Soziale Arbeit“, Brink 2004
Grunwald/Thiersch: „Lebensweltorientierung“, in „Handbuch der Sozialarbeit/Sozialpädagogik“
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