« Back to Glossary Index

Der Begriff der Systemwelt wird als Gegenbegriff zur Lebenswelt verstanden.
Die moderne, arbeitsteilig organisierte Gesellschaft gliedert sich in verschiedene Funktionssysteme, die anhand festsgeschriebener Codes mit Unterscheidungen operieren, die je nach System Sachverhalte als relevant oder irrelevant markieren (z.B. bezahlt-nicht bezahlt –> Wirtschaft, zuständig/nicht zuständig –> Verwaltung).
Die kommunikativen Prozesse bedienen sich dabei abstrakter Medien wie Geld, Macht oder Zertifikaten (z.B. Bildungsabschlüsse) anhand derer die Relevanzentscheidungen getroffen werden.
Der/die Einzelne ist für diese Systeme nur in seinen Funktionen (als Kunde/Kundin, als Steuerzahler*in, etc…) jedoch nicht als eigenstädiges Individuum relevant.
Um in bzw. mit diesen Systemlogiken interagieren zu können muss der/die Einzelne den oft als annomy empfundenen Sachlogiken und Theorien folgen. Entsprechend werden die Systemregeln oft als fremdbestimmend und als von außen in das eigene Leben eingreifend empfunden.

« Zurück zum Glossar Index