Der Teilplan Jugend – ERwachsen werden in ERlangen der Jugendhilfeplanung des Stadtjugendamtes ist als Neuplanung zu betrachten, nachdem die letzte Gesamtsicht auf die Erlanger Jugendlichen über 20 Jahre zurück liegt. Die damaligen Ergebnisse haben sich überholt. Jugend in ihrer Schnelllebigkeit kann nur über konkrete Jugendbeteiligung beleuchtet werden. Da das Thema Jugend sehr umfassend ist, wird in diesem Teilplan das Freizeitverhalten von Kindern und Jugendlichen betrachtet.
Vorlauf
2021 erfolgt der Beschluss im Jugendhilfeausschuss zum Teilplan Jugend – ERwachsen werden in ERlangen. Die Erstellung des Teilplans fällt in die akute Hochphase der laufenden Corona-Pandemie. Befragungen von jungen Menschen und deren Eltern müssen daher auf spätere Zeitpunkte verschoben werden.
Ab 2021 wird mit der Bestandsaufnahme aller Freizeitangebote in Erlangen die Grundlage geschaffen, die städtische Verteilung von Angeboten in den Blick zu nehmen. Die Chance der strategischen Auflistung liegt darin, Lücken an Angeboten zu identifizieren – sowohl in ihrer Form, als auch in den Örtlichkeiten.
2023 Jugend- und Elternbeteiligung im Dreiklang
Jugendbeteiligung ist wesentliches Element passgenauer kommunaler Planung. Kinder und Jugendliche sollen die Möglichkeit erhalten, ihr direktes Wohn- und Lebensumfeld zu bewerten. Die Ergebnisse schaffen für das politische Gremium die Möglichkeiten, den Lebensraum von Kindern und Jugendlichen so zu gestalten, dass sie ihn als Wohlfühlort empfinden.
Im Mai 2023 findet die große schriftliche Kinder- und Jugendbefragung für junge Menschen im Alter von 10 bis 21 Jahren statt. Parallel hierzu läuft die schriftliche Elternbefragung für Eltern von Kindern ab 10 Jahren. Die Befragungen beziehen sich auf den Teilbereich Freizeitverhalten und -aktivitäten von Kindern und Jugendlichen. Hierbei werden ausschließlich die informellen, non-formalen Angebote berücksichtigt. Schulische Angebote finden keinen Niederschlag. Die Ergebnisse werden in den fortlaufenden Monaten ermittelt.
954 junge Menschen nehmen an der schriftlichen Befragung teil. Ebenso beteiligen sich 680 Eltern.
Der Kinder- und Jugendgipfel im Oktober 2023 gibt das Startsignal für die qualitative Jugendbefragung. Befragt werden den jungen Menschen an den drei Gipfeltagen im Stadtgebiet, in Jugendhäusern, in der Mittelschule Eichendorffschule, als auch in den folgenden Wochen in der Georg-Zahn-Schule und an der Otfried-Preußler-Schule. Die teils offenen, teils geschlossenen Fragen werden von 188 Jugendlichen im jeweils persönlichen Gespräch beantwortet.
Im November 2024 und Februar 2025 trifft sich im Anschluss an die Bestands- und Bedürfniserhebung ein Fachgremium aus Jugendlichen und Experten in der Kinder- und Jugendarbeit,um über die Ergebnisse zu beraten und diese auszuwerten. Die Kernprojektgruppe hat die Ergebnisse aus den Befragungen zusammengetragen und hierzu Fragen formuliert. Diese werden in der Fachgruppe diskutiert. Die Protokolle der Fachgruppensitzungen können unter https://erwachsenwerden-erlangen.de/beteiligte/ eingesehen werden. Die Fachgruppe bewertet die Ergebnisse und identifiziert und bündelt gemeinsame Themen, Spannungsfelder und innovative Ansätze.
Weiteres Vorgehen
Bis Oktober 2025 wird die Kernprojektgruppe aus der Zusammenschau aller Ergebnisse Handlungsempfehlungen formulieren. Das Ziel sind konkrete, praxisorientierte und politisch anschlussfähige Empfehlungen. Die Handlungsempfehlungen unterliegen nicht den aktuellen Herausforderungen, sondern orientieren sich an den ermittelten Bedarfen.
Im folgenden Prozess wird hieraus bis Dezember 2025 die Charta der Jugendarbeit entwickelt. Diese stellt ein gemeinsames Verständnis und Leitbild der Jugendarbeit in Erlangen dar. Die Teilnehmenden der Fachgruppen werden fortlaufend in den Prozess mit eingebunden. Über die Homepage werden die Entwicklungsschritte dokumentiert. Die Fachgruppe kann in den jeweiligen Entwicklungszustand steuernd eingreifen.
Auf Basis der Handlungsempfehlungen und der Charta der Jugendarbeit wird ein politisches Positionspapier erstellt, welches als Beschluss im Februar 2026 in den Jugendhilfeausschuss und den Stadtrat eingebracht wird.
Die Fortschreibung des Teilplans Jugend – ERwachsen werden in ERlangen kann modulhaft erfolgen. Dies geschieht nach politischer Auftragslage und fachlicher Notwendigkeit.