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Ergebnisse der Elternbefragung

Teilplan Jugend der Stadt Erlangen

Die Elternbefragung wurde von der Jugendhilfeplanung gemeinsam mit dem Sachgebiet für Statistik und Stadtforschung im Frühjahr 2023 durchgeführt.

Elternbefragungen finden in Erlangen in der Regel alle fünf bis sechs Jahre statt und so konnte bei dieser Befragung auf Vorerfahrungen aus früheren Befragungen zurück gegriffen werden. Bei der Elternbefragung behandelte nur ein Teil der Fragen das Thema Jugendarbeit und Freizeitangebote, andere Bereiche stellten Fragen zu den Themen Kindertagesbetreuung oder Familienbildung diese werden hier nicht näher betrachtet.

Im Vergleich blieb die Teilname leider sowohl hinter den Rücklaufergebnissen der Vorgängerbefragungen, als auch hinter den Hoffnungen zurück; Insgesamt nahmen 665 Eltern teil. Wie bei Befragungen dieser Art zu erwarten, ist der Rücklauf nicht in allen Bevölkerungsschichten gleichmäßig verteilt. Menschen mit höherem Bildungs- und Einkommensniveau, sowie Menschen ohne Migrationshintergrund nahmen signifikant häufiger an der Befragung teil.

Was wurde gefragt?

Übersicht zu den Ergebnissen

Diese Seite befindet sich derzeit im Aufbau und es sind noch nicht alle Ergebnisse hier veröffentlicht. Wir werden diese in den kommenden Wochen nach und nach ergänzen.

Die Ergebnisse der vorliegenden Befragung zeigen auf, wie die teilnehmenden Erlanger Eltern das Freizeitverhalten ihrer Kinder über 10 Jahren unter verschiedenen Gesichtspunkten in der Stadt bewerten. Einerseits unterstützen sie hiermit die Aussagen von jungen Menschen. Andererseits beleuchtet ihre Elternsicht Aspekte, die die befragten Jugendlichen nicht beantworten können.

Auch hinterfragt die Umfrage bei den Eltern die Angebotslandschaft in Erlangen vor der Corona-Pandemie. Da hierzu jedoch bereits zahlreiche überregionale Studien vorliegen, befasst sich die Erlanger Befragung nur in einem Fragenbereich mit diesem Thema: der Wegfall von Freizeitangeboten für die jungen Menschen in der Stadt. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Freizeitverhalten von jungen Menschen werden bewusst nicht abgefragt.

Die Eltern haben für jedes Kind über 10 Jahren einen eigenen Fragebogen ausgefüllt. Hiermit können die Angaben für alle Kinder in einer Familie berücksichtigt werden.

Wer hat teilgenommen und wie war der Rücklauf?

665 Eltern/ Familien beteiligten sich an der Elternbefragung im Rahmen des Teilplans Jugend. Ähnlich wie bei der Kinder- und Jugendbefragung sind auch in dieser Befragung Familien mit Migrationshintergrund sowie bildungsferne Familien (deutlich) unterrepräsentiert. Dieser Anteil blieb hinter dem angestrebten Umfang an Rückmeldungen zurück. Die Gründe wurden intensiv diskutiert und sind wohl vor allem in einer Mischung aus ungünstigem Befragungszeitpunkt und nicht ausreichender Werbung zu sehen. Für kommende Befragungen wird dies Berücksichtigt werden.

Nicht alle Eltern haben alle allgemeinen Angaben zu ihren persönlichen Daten ausgefüllt. Daher können die absoluten Werte in den Ergebnissen von der Teilnehmendenzahl abweichen.

Allgemeine Angaben

  • 59 % Mütter und 41 % Väter haben an der Befragung teilgenommen.
  • Zu 89 % haben die Eltern eine deutsche Staatsangehörigkeit.
  • Die am häufigsten anderen Staatsangehörigkeiten sind: Ukraine, Österreich, Spanien, Rumänien, Frankreich
  • Die Eltern haben zu 81 % einen höheren Bildungsabschluss mit Meister oder Hochschule.
  • Den Familien steht ein hohes monatliches Nettohaushaltseinkommen zur Verfügung: 34% der Eltern haben ein Einkommen von 3.500 € bis 5.500 € . 46% der Eltern können sogar auf über 5.500 € monatlich zurückgreifen.
  • Im Schnitt handelt sich in der Mehrheit um Drei- bis Vierpersonen-Haushalte.
  • 83 % leben mehr als zehn Jahre in der Stadt.
  • Die Familien beschreiben den ihnen zur Verfügung stehenden Wohnraum zu 56 % als passend und zu 31 % sogar als großzügig.
  • Mit 64 % besuchen die Kinder der befragten Familien mehrheitlich ein Gymnasium.

Neben den allgemeinen Angaben zur Person und zum Haushaltsumfeld führen die Eltern Informationen über ihre Werte und Einstellung zu den Freizeitaktivitäten ihrer Kinder auf.

  • Eltern finden zu 91 % nicht, dass Nachhilfe zu Freizeitangeboten zählt.
  • 93% bevorzugen es, dass das Kind/ die Kinder ein Freizeitangebot besucht, anstatt alleine zu sein.
  • Knapp die Hälfte der Eltern (43 %) geben an, dass ihr Kind/ ihre Kinder ein Angebot besucht, weil sie dies gut finden.
  • Doch 67 % dürfen auch an Angeboten teilnehmen, obwohl die Eltern dies nicht befürworten.
  • Für nahezu alle Eltern hat Inklusion einen hohen Stellenwert. Sie finden es erstrebenswert, wenn Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam ein Freizeitangebot besuchen. Auch Kinder unterschiedlicher Herkunft in einem Angebot werden vollständig befürwortet.
  • Jedoch geben nur 31 % der Eltern an, dass in den Angeboten ihrer Kinder auch Kinder mit Behinderung sind.
  • Ebenso sind fast alle Eltern (92 %) gerne darüber informiert, wo sich ihr Kind/ ihre Kinder aufhält/ aufhalten.
  • Bewegung hat mit 99 % den höchsten Stellenwert für Eltern bei ihren Kindern.
  • 98 % finden, dass ihr Kind/ ihre Kinder ein Recht auf Langeweile hat.

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  • Die Leistung der Kinder spielt eine übergeordnete Rolle für zwei Drittel aller Eltern. Diese soll sich jedoch hauptsächlich in der Schule niederschlagen.
  • Fazit: Eltern legen großen Wert auf aktive, soziale und inklusive Freizeitgestaltung, die nicht schulisch geprägt ist. Die Freizeit soll dabei nicht leistungsgetrieben, sondern eher ausgleichend wirken. Der Leistungsgedanke beschränkt sich vorwiegend auf den schulischen Bereich.

Befragungsergebnisse

Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche vor der Corona-Pandemie

„Jungsein in der Pandemie: Freundschaften knüpfen, Schule oder Ausbildung meistern, Grenzen austesten: Die Pandemie hat Jugendlichen und jungen Erwachsenen den Aufbruch in die Selbstständigkeit in vielerlei Hinsicht erschwert, wie die neuen Ergebnisse des AID:A-Surveys des Deutschen Jugendinstituts zeigen. […] Mehrere Wellen haben den Pandemieverlauf geprägt und zu vielfältigen Veränderungen im Alltag geführt: Schließungen und (Wieder-)Öffnungen von Bildungsstätten, Gastronomiebetrieben, Freizeitangeboten und Geschäften waren die Folge. […] Für alle stellt die (weiter andauernde) Pandemie eine einschneidende Erfahrung dar und geht mit lebenslagenspezifischen und alltagspraktischen Herausforderungen einher. Das gilt auch und gerade für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. […] Die Zufriedenheit in wichtigen Lebensbereichen ist während der Pandemie gesunken. Viele der zur Eindämmung der Coronapandemie getroffenen Kontaktbeschränkungen standen und stehen in einem diametralen Gegensatz zu den Bedürfnissen der Jugendphase. […] Für die politisch-gesellschaftlichen Aspekte der Verselbstständigung (zum Beispiel die Beteiligung an Demonstrationen oder das ehrenamtliche Engagement in Vereinen, in der Jugendarbeit oder in Freiwilligendiensten) hat die Pandemie deutliche Konsequenzen. Manche Formen von Engagement waren phasenweise nicht mehr möglich, weil die betreffenden Orte nicht oder nur beschränkt zugänglich waren, sei es die Jugendgruppe oder der Sportverein.“ Quelle: https://www.dji.de/themen/corona/jungsein-in-der-pandemie.html

„Durch die bundes- und länderpolitisch getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wurde das Alltagsleben erheblich eingeschränkt. Dies gilt für alle Altersgruppen, jedoch hat dies gerade im Jugendalter besondere Auswirkungen, weil das Jugendleben sich vielfach im öffentlichen Raum, in institutionellen Settings und mit einer sozialen Veränderungsdynamik abspielt und somit nicht allein in das Bild der Regulierung von Familienhaushalten und Home-schooling passt.
Einerseits wurden viele Bereiche der organisierten Freizeit von Jugendlichen ausgehebelt, da z. B. Sportstätten über lange Zeit geschlossen wurden und Breitensport nicht möglich war. Die Angebote der offenen Jugendarbeit, Jugendberatung, politischen und kulturellen Jugendbildung sowie Jugendverbandsarbeit und von Jugendinitiativen waren über viele Monate hinweg nur sehr eingeschränkt möglich und lebten von den kreativen Ideen junger Menschen und Sozialarbeiter*innen.
Dadurch fehlen unterschiedliche Beratungsangebote, die z. B. in der Jugendarbeit oder Berufsberatung verankert sind und für die Alltags- und
Übergangsgestaltung junger Menschen grundlegende Bedeutung haben. Jugendarbeit zeichnet sich dadurch aus, soziale Kompetenzen zu fördern und zugleich junge Menschen darin zu bestärken, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und sich in unterschiedlichen Bereichen zu engagieren. Gerade hier steckt auch weiterhin und während der Pandemie, die viele Unsicherheiten mit sich bringt, das Potential, junge Menschen zu unterstützen, Beteiligungsstrukturen zu etablieren und Belastungen aufzufangen.“ Quelle: Bertelsmann Stiftung – Das Leben von jungen Menschen in der Corona-Pandemie: Erfahrungen, Sorgen, Bedarfe_S. 28_Sabine Andresen, Lea Heyer, Anna Lips, Tanja Rusack, Wolfgang Schröer, Severeine Thomas und Johanna Wilmes

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In Erlangen melden die Eltern, dass vor allem Sport- und Bewegungsangebote wie Schwimmen, Handball und die Ninja Warrior Halle weggefallen sind.

Auch musikalische und kreative Angebote wie Musikunterricht, Tanz und Ballett wurden dem Lockdown unterworfen und konnten nicht genutzt werden.

Jugendgruppen und Jugendclubs mussten schließen und konnten nur über gesonderten Einsatz des Fachpersonals individuelle Angebote liefern.

Treffpunkte junger Menschen in Erlangen

Eltern empfinden die Treffpunkte ihrer Kinder häufig als ambivalent. Ihre Wahrnehmung hängt stark vom Ort, vom Verhalten der Jugendlichen sowie von ihren eigenen Erfahrungen und Werten ab.

Auf der einen Seite zeigen Eltern großes Verständnis für den Wunsch nach Freiheit und eigenen Räumen ihrer Kinder, die zur Pflege von Freundschaften dienen, die Abgrenzung zum Elternhaus ermöglichen und die Persönlichkeitsentwicklung und Selbstständigkeit von Jugendlichen fördern. Anderseits schwanken sie zwischen dem Vertrauen in ihre Kinder zu einem sorgenvollen Blick, welche Gefahren (vor allem) öffentliche Räume bieten. Eltern haben nicht selten Misstrauen gegenüber unbekannten Orten und bleiben bei der Treffpunktwahl junger Menschen skeptisch. Sie schwanken zwischen dem Wunsch nach Kontrolle und der wachsenden Selbstständigkeit ihrer Kinder.

Erlanger Eltern schließen sich in ihrer Wahrnehmung an die Aussagen der jungen Menschen an. Die Ergebnisse sind ähnlich bis identisch.

  • Der wichtigste Treffpunkt für die Kinder ist das eigene Zuhause. Das schließt das häusliche Umfeld von (engen) Freunden mit ein.
  • Öffentliche Plätze sind in der Rangliste ebenfalls weit oben. Die Erlangen Acarden haben bei jungen Menschen einen hohen Stellenwert.
  • Freizeitflächen und Spielplätze rangieren auf dem dritten Platz.
  • Gefolgt vom Gelände eines Sportvereins und dem Schulhof.
  • Kommerzielle Orte wie Kneipen, Cafés und Fitnessstudios spielen eine eher untergeordnete Rolle.
  • Die befragten Eltern geben nur selten an, dass ihre Kinder die Angebote von Jugendhäusern und Jugendclubs nutzen. Dieses Ergebnis ist auf die befragte Gruppe zurückzuführen. (siehe Informationen zu den Teilnehmenden) Kinder von Eltern mit hohem Bildungsabschluss sind häufig in gesteuerten Angeboten von Vereinen und Verbänden angegliedert und besuchen Jugendhäuser und Jugendclub weitaus seltener als Kinder von Eltern aus eher bildungsschwachen Familien.

Wo trifft sich Ihr Kind in der Freizeit mit seinen Freund*innen am liebsten?

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Die Eltern haben ihre Antworten in eine Rangliste gebracht.

Auch bei steigendem Alter der Kinder von 10 bis über 19 Jahren bleibt das Zuhause der beliebteste Treffpunkt für junge Menschen.

Das Geschlecht hat Auswirkungen bei der Nutzung folgender Treffpunkte:

  • Straße, Plätze, die Innenstadt und die Arcaden – w: 45 %, m: 34%
  • Spielplätze und Freiflächen – w: 29 %, m: 43 %
  • Gelände von Sportvereinen – w: 26 %, m: 37 %

Ebenfalls spielt das Alter eine entscheidende Rolle bei der Wahl der Treffpunkte:

  • Das eigene Zuhause bevorzugen Jugendliche aller Altersgruppen.
  • Öffentliche Räume, Schulplätze und Sportgelände werden von den jüngeren Altersklassen häufiger aufgesucht. (10 bis unter 19 Jahre)
  • Kneipen, Cafés und Clubs besuchen vermehrt ältere Jugendliche. Dies ist auf die höheren finanziellen Möglichkeiten zurückzuführen: mehr Taschengeld beziehungsweise bereits Ausbildungsgehalt. (über 19 Jahre)

Kinder mit (drohender) Behinderung, psychischer Erkrankung oder chronischen Krankheiten

Behinderung und Beeinträchtigung sind verwandte Begriffe, doch sie werden häufig unterschiedlich verwendet.

  • „Eine Behinderung beschreibt die Beeinträchtigung des Körpers und die soziale Benachteiligung, die daraus entsteht.
  • Eine Beeinträchtigung meint eine körperliche Einschränkung, etwa Hören, Sehen, der Kognition oder Bewegung.

Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben wird dadurch erschwert oder gar ganz verhindert.“ (Quelle: https://www.lebenshilfe.de/ueber-uns/bezeichnung-behinderung#:~:text=Behinderung:%20Eine%20Behinderung%20beschreibt%20die,Sehen%2C%20der%20Kognition%20oder%20Bewegung.)

Die befragten Eltern geben mit 11,7 % an, dass sie ein oder mehrere Kinder mit Behinderung, psychischer Erkrankung oder chronischen Krankheiten haben.

Beeinträchtigungen wirken sich in vielfältiger Weise auf das Freizeitverhalten von Kindern und Jugendlichen aus. Exemplarisch folgen ausgewählte offene Antworten von Eltern zu den Auswirkungen der Behinderung auf das Freizeitverhalten ihres Kindes bzw. ihrer Kinder:

  • Fehlende Akzeptanz von niedrigen Energieleveln im Freizeitsportbereich.
  • Kinder haben Angst vor Vergleichen und scheuen die Teilnahme an Angeboten.
  • Angebote sind nicht bezahlbar.
  • Fehlende konstrastreiche Anzeigetafeln im ÖPNV verhindern selbstständige Bewältigung des Weges zum Freizeitangebot.
  • Durch krankheitsbedingte Verhaltensweisen wird das Kind/ werden die Kinder von anderen Kindern und Jugendlichen abgelehnt, gemobbt und beschimpft.
  • Teilnahme an Freizeitangeboten ist immer abhängig vom Engagement einzelner Personen/Betreuer*innen.
  • Freizeitangebote brauchen geschultes Personal (nicht zwingend Fachpersonal) und eine entsprechend hohe Personaldecke, um die Teilnahme von Kindern mit Behinderung zu ermöglichen.
  • Unbekannte Situationen lösen Hemmungen und Angst aus. Ein breit gefächertes Angebot mit Beratungsaspekten und Zeit zur Eingewöhnung könnten hier hilfreich sein.
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Informationen über Angebote

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Questions in the young woman’s head high quality studio shot.

Eltern sind Expert*innen für ihre Kinder. So halten auch sie stets Augen und Ohren offen, um ihre Kinder bei einer gewünschten Freizeitbeschäftigung zu unterstützen oder sie auf interessante Angebote aufmerksam zu machen. Angebote werden passgenau auf die (scheinbaren) Bedürfnisse gesucht und ausgewählt. Hierbei spielen sowohl Dezentralität, sozialräumliche Orientierung oder die Art des Angebots eine große Rolle.

  • Mundpropaganda als stärkstes Verbreitungsmittel von Angeboten.
  • Gleichauf erfahren Eltern sowohl über die Printmedien als auch über Social Media von Freizeitangeboten. Hier gibt es massive Unterschiede bei den lokalen Anbietern über die Qualität der Informationen.
  • Schule und schulbegleitende Betreuungseinrichtungen spielen den Ergebnissen zu Folge keine sehr große Rolle, dass Eltern von Freizeitangeboten für ihre Kinder erfahren.
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Kosten der Angebote

Studien von Pronova BKK (2025) zeigen einen klaren Wertewandel: Eltern lege heute mehr Wert auf Beziehung, Spaß, soziale Kompetenzen und seelische Gesundheit statt auf Leistungsdruck und Erfolg. (Quelle: https://www.pronovabkk.de/unternehmen/presse/studien/familie-und-erziehung-2025.html?) Daher sind Eltern auch bereit, die Freizeitgestaltung ihrer Kinder finanziell zu unterstützen. Freizeit wird zunehmend genutzt, um emotionalen Ausgleich zum häufig anstrengenden Schulalltag, als auch gemeinsames Erleben zu fördern.

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  • Die Höhe des Haushaltseinkommens hat einen leichten Einfluss auf die Ausgaben für die Angebote der Kinder
  • die Anzahl der Kinder verändert die Ausgaben für die Angebote der Kinder kaum. Das heißt, je mehr Kinder, desto weniger Budget pro Kind für die Angebote.
  • Die Grafik verdeutlicht, dass der Großteil der befragten Eltern monatlich zwischen 50 € und 150 € für die Freizeitangebote ihres Kindes bzw. ihrer Kinder ausgibt.
  • Rund 30 % der Erlanger Eltern investieren offenbar problemlos mehr als 150 € pro Kind in die Freizeitgestaltung.

Erreichbarkeit der Angebote

„Seit den 70er Jahren ist Erlangen eine Fahrradstadt, die die Bedeutung des Radverkehrs für eine lebenswerte Stadt frühzeitig erkannt hat und daher seit Jahrzehnten kontinuierlich in die Förderung des Radverkehrs investiert. Das Radwegenetz und die Fahrradinfrastruktur wurden und werden seitdem immer weiter ausgebaut. Dass Erlangen im bayern- und bundesweiten Vergleich hier eine Vorreiterposition einnimmt, zeigen nicht zuletzt der hohe Anteil des Radverkehrs am Modal Split und die große Akzeptanz des Radverkehrs in der Stadtgesellschaft.“ (Quelle: https://ratsinfo.erlangen.de/vo0050.asp?__kvonr=2135126)

Dies zeigen auch die Antworten der Eltern: 83 % der Eltern geben an, dass Freizeitangebote für ihre Kinder gut erreichbar sein müssen. Das meistgenutzte Verkehrsmittel ist mit 85 % das Fahrrad. Dies gilt sowohl für jüngere Kinder, bei denen anzunehmen ist, dass die Eltern sie noch zu Angeboten begleiten beziehungsweise wieder abholen. Als auch für die Gruppe der älteren Jugendlichen, die vollkommen selbstständig die Wege zurücklegen.

Die Nutzung des privaten PKWs und der Ganz zu Fuß liegen mit 32 % gleichauf. Der ÖPNV schneidet dabei mit 29 % am schlechtesten ab. E-Scooter und Roller pder Mofa spielen in Erlangen nur eine sehr untergeordnete Rolle für die Erreichbarkeit der Freizeitangebote. (Mehrfachnennungen waren möglich.)

Es gibt nur geringe Unterschiede nach Geschlecht des Kindes. Jungs nutzen etwas mehr das Fahrrad. Mädchen werden etwas häufiger gebracht und geholt.

Grundsätzlich finden Eltern, dass die Angebote in Erlangen für Ihre Kinder gut erreichbar sind.

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In welchen Stadtteilen finden die Angebote Ihres Kindes statt?

  • Die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen besucht laut Angaben der Eltern Freizeitangebote in dem Stadtteil, in dem sie wohnen.
  • Die Innenstadt und der Bereich im Burgberg ist aufgrund der zentralen Lage von Jugendlichen aus allen Stadtteilen hoch frequentiert. hier bündeln sich Angebote, die dezentral nicht zu finden sind.
  • In den Stadtteilen Anger und Bruck findet nur etwa die Hälfte der dort lebenden Jugendlichen auch ein Angebot im Stadtteil. Es zieht sie zu Freizeitgestaltung verstärkt in die Innenstadt.
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An welchen Tagen nutzt Ihr Kind Angebote?

Die meisten Kinder und Jugendlichen nehmen vor allem werktags, von Montag bis Freitag, an Freizeitangeboten teil. Dabei steigt die Teilnahmequote im Wochenverlauf: von rund 42 % am Montag auf fast 55 % am Freitag. (Mehrfachnennungen möglich)

Zu welcher Uhrzeit nutzt Ihr Kind Angebote?

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Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren besuchen weiterführende Schulen. Der Regelschulbesuch endet täglich um 13 Uhr. Nachmittagsunterricht oder der Besuch einer Ganztagsschule verschieben das tägliche Schulende in die (späten) Nachmittagsstunden. Daher ist die Nutzung von Freizeitangeboten in den frühen Abendstunden die logische Schlussfolgerung. Die nebenstehende Grafik verdeutlicht das. (Mehrfachnennungen möglich)

Welches Angebot/ Welche Angebote nutzt Ihr Kind?

Die Stadt Erlangen ist mit den unterschiedlichen Varianten von Freizeitangeboten breit aufgestellt. Die Vielzahl an Angeboten ist nicht abbildbar, da diese stark fluide sind. Bestehende Angebote laufen aus, neue Angebote entstehen.

In der Befragung wurden Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche geclustert. Die Aufzählung ist nicht abschließend.

Freizeitangebote sind Orte des Lernens, der Bewegung und Begegnung, die immer im außerschulischen Kontext stattfinden.

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Erlangen sorgt mit seinen zahlreichen Angeboten für Jugendliche für eine lebendige Atmosphäre. Gemeinschaft wird hier aktiv erlebbar.

Warum nutzt Ihr Kind kein Angebot?

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confusion choice chaos concept

20 % der Kinder und Jugendlichen nutzen kein Freizeitangebot. Eltern bewerten dies sehr differenziert. Die Hauptursachen liegen in Unlust und der Freizeitgestaltung mit dem Freundeskreis begründet. Auch die Begleitung durch Freunde spielt eine maßgebliche Rolle. Scheinbar ist es unangenehm, alleine zu einem Angebote zu gehen.

Die Hallesche Kinder- und Jugendstudie aus dem Jahr 2024 „Was geht? 2.0“ setzt sich mit der Nicht-Nutzung von Angeboten auseinander. Sie kommt zu dem Schluss, „dass junge Menschen mit eher schlechtem ökonomischen Hintergrund an keinen regelmäßigen Aktivitäten teilnehmen. Somit entgehen den ohnehin Benachteiligten vermehrt Bildungschancen im außerschulischen Bereich, wodurch die sozialen Herkunftseffekte noch verstärkt werden.“ (Quelle: Hallesche Kinder- und Jugendstudie 2024 – Was geht? 2.0, S. 55)

Ausreichende Angebote

Für 72 % der Eltern decken die vorhandenen Freizeitangebote in Erlangen den Bedarf ihrer Kinder.

Lediglich in Alterlangen, Eltersdorf und im Stadtteil-Konvolut Frauenaurach/ Kriegenbrunn/ Hüttendorf/ Steudach und Neusses empfinden die Eltern die Angebotslandschaft als unzureichend.

Dies steht im Kontrast zu den Ergebnissen der Jugendbefragung. Lag der Anteil derer, die keine Angebote nutzen in der schriftlichen Befragung bei nur ca. einem Fünftel, so gab in den qualitativen Interviews mehr als jede*r zweite Befragte*r an, keine Angebote zu nutzen. Die Diskussion über die Bedeutung dieses Umstandes, ob und welche Aufträge sich daraus für die Stadt Erlagen ableiten waren teil der ersten Fachgruppensitzung.

Welche Angebote fehlen Eltern für Ihre Kinder in Erlangen?

206 teils sehr ausführliche Einzelantworten. Diese wurden geclustert und zusammengefasst. Das Ergebnis umfasst folgende Antworten:

1. Freizeitangebote für Jugendliche: Mangel an Jugendclubs und Jugendtreffs, insbesondere in bestimmten Stadtteilen wie Alterlangen und Eltersdorf. Es fehlen Treffpunkte für Jugendliche ab 14 Jahren.

2. Nicht-wettkampforientierte Sportangebote: Fehlen von Freizeit-Sportangeboten, die sich nicht auf Wettkampf und Leistung konzentrieren.
Bedarf an inklusiven, freizeitorientierten Sportprogrammen, die auf Spaß und Gesundheit fokussieren.

3. Kapazitätsprobleme der Jugendkunstschule (JUKS): Die Nachfrage nach Kursen der JUKS übersteigt das bestehende Angebot deutlich.
Es gibt nicht genügend kreative und künstlerische Programme für Kinder und Jugendliche

4. Spielplätze und Outdoor-Aktivitäten: Unzureichende Anzahl und Qualität von Spielplätzen, insbesondere für ältere Kinder.
Bedarf an altersgerechten Abenteuerspielplätzen und Outdoor-Aktivitäten.

5. Kultur- und Freizeitveranstaltungen: Bedarf an regelmäßigen Kultur- und Sportevents speziell für Kinder und Jugendliche.

6. Sportangebote und Einrichtungen: Fehlende spezialisierte Sportangebote (z.B. Schwimmen, Kampfsport) und Indoor-Sportmöglichkeiten.
Zu wenige Platz und Hallenkapazitäten, Zugang zu bestehenden Sportstätten ist für die Öffentlichkeit oft nicht möglich.

7. Spezielle Angebote für Mädchen: Bedarf an zielgerichteten Angeboten und Räumen für Mädchen, einschließlich Programme zur Stärkung des Selbstbewusstseins.

8. Infrastruktur und Erreichbarkeit: Verbesserung der Erreichbarkeit von Freizeit- und Bildungsangeboten durch besseren öffentlichen Nahverkehr.
Verbesserung der (Verkehrs-)Sicherheit von Wegen und Verbindungen zu Freizeiteinrichtungen.

9. Inklusive Angebote: Schaffung inklusiver Angebote für Kinder und Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen.
Sicherstellung der Barrierefreiheit in Freizeit- und Bildungsangeboten.

10. Ferienbetreuung und -programme: Erweiterung der ganztägigen Ferienbetreuungsprogramme.
Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen zur Finanzierung und Organisation von Ferienangeboten.

Die Ergebnisse der Erlanger Elternbefragung liefern wertvolle Einblicke in die Bedürfnisse, Erwartungen und Erfahrungen von jungen Menschen und ihren Familien in unserer Stadt. Sie zeigen sowohl Stärken als auch Handlungsfelder auf, die für eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung der Freizeitangebote von Bedeutung sind. Damit bildet die Befragung eine wichtige Grundlage, um kommunale Entscheidungen noch stärker an den tatsächlichen Lebenslagen von Jugendlichen auszurichten. Zugleich lädt sie dazu ein, im Dialog mit allen Beteiligten die nächsten Schritte gemeinsam zu gestalten.